| Georg Friedrich Händel (* 23. Februar 1685 in Halle (Saale); † 14. April 1759 in London) war ein Komponist im Zeitalter der Aufklärung, der vor allem durch seine zahlreichen Opern und Oratorien zu großer Berühmtheit gelangte. Zu seinem Hauptwerk zählen rund 40 Opern und 25 Oratorien, darunter auch das Oratorium The Messiah (Der Messias) mit dem weltberühmten Halleluja-Chor. Händel hat in allen musikalischen Gattungen seiner Zeit Kompositionen hinterlassen.
Händels 46 Opern folgen dem Typus des Dramma per musica, der aus einer Folge von Secco-Rezitativen und Da-capo-Arien besteht. Im Laufe der Zeit entwickelte er die Oper weiter, ohne jedoch mit der etablierten Form zu brechen. Um besonders intensive Gefühlszustände einer Figur darzustellen, setzt Händel gerne das Accompagnato (vom Orchester begleitete)-Rezitativ ein. So z.B. zur großen Sterbeszene des Bajazet im Tamerlano oder bei der berühmten Wahnsinsszene des Orlando im Orlando.
Neben Arien gibt es Duette, seltener Terzette oder Quartette. Chöre schrieb Händel anfangs nur für die Finali, wo sie von den Protagonisten gesungen werden. Erst ab 1735 scheint er über einen eigenständigen Opernchor verfügt zu haben. Im selben Jahr schrieb er für die in Covent Garden gespielten Opern Alcina und Ariodante Ballettnummern, weil ihm dort die Ballett-Compagnie mit Marie Sallé (1707-1756) als Primaballerina und Choreographin zur Verfügung stand. (Voltaire zählte zu ihren Verehrern). Eigens für sie komponierte Händel die Terpsicore (Terpsichore) als Prolog zur Zweitfassung von seinem Il Pastor Fido. Marie Sallé, die bereits vor Jean-Georges Noverre (1727-1810) den damaligen Bühnentanz revolutionierte, löste mit ihrem Auftritt in Händels Zauberoper Alcina einen Skandal aus. Weil sie darin die Rolle des Cupidon (Cupido) in Männerkleidung tanzte, wurde sie auf offener Bühne ausgepfiffen.
Händels Opern-Ouvertüren folgen dem von Lully geprägten französischen Typus: langsam-schnell (eine Fuge)-langsam. Die Libretti sind oftmals aus venezianischen Vorlagen abgeleitet; entgegen der allgemeinen Popularität der Metastasio-Texte benutzte Händel nur dreimal Libretti dieses Dichters.
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