| Die drei großen Komponisten der Wiener Klassik eint die Beherrschung und Sublimierung der unterschiedlichsten Musikarten und Kompositionsweisen vom Volkslied bis zur barocken Polyphonie. Sie vereinen Eigenschaften des Galanten und des Empfindsamen Stiles und führen verschiedene weitere deutsche, französische und italienische Stilarten in einer Vielfalt von Gattungen zusammen.
Das Besondere an ihrer Kompositionsweise sind drei hochentwickelte Verfahren:
Obligates Accompagnement, Durchbrochener Stil und Thematische Arbeit.
Diese Verfahren werden in nahezu allen Gattungen angewandt, nachdem sie hauptsächlich in der Kammermusik (Streichquartett) und in der Orchestermusik (Sinfonie) vornehmlich von Joseph Haydn entwickelt worden sind. Auch in der Oper (z. B. bei Mozart) und in der Geistlichen Musik (z. B. bei Beethoven) bestimmen sie die Faktur des Komponierten. Die Instrumentalmusik erfuhr dabei durch die Wiener Klassiker eine Aufwertung zur autonomen Kunst. Meist in deren Kopfsätzen findet sich die keinesfalls schematisch, eher phantasievoll und individuell angewendete Sonatenhauptsatzform als Gefäß für eine dialektische, thematisch bestimmte Kompositionsweise. |